Was jeder wissen sollte über nachhaltige Farbe

Mittwoch, 6. Juni 2020

Nachhaltige Farbe hat die längste Lebensdauer. Nachhaltige Farben enthalten den höchsten Anteil an biobasierten (erneuerbaren) Rohstoffen. Nachhaltige Farbe hat den geringsten CO2-Fußabdruck oder verursacht die geringste Umweltbelastung. Leider war es nur so einfach. Aber die Wahrheit liegt – wie so oft – in der Mitte. Eine nachhaltige Farbe entsteht durch die optimale Mischung von vier Faktoren: Lebensdauer, biobasierter Inhalt, CO2-Fußabdruck und Umweltauswirkungen.

Autor: Menno Beek, Marketing Manager Royal Van Wijhe Verf

Verlängerung der Lebensdauer

Farbe dient traditionell der Verschönerung, vor allem aber dem Schutz: Sie konserviert Immobilien. Und je besser und länger der Schutz, desto nachhaltiger ist die Farbe. Aus diesem Grund sind Lackhersteller ständig auf der Suche nach neuen Rohstoffen und verbesserten Zusammensetzungen, um die Lebensdauer eines Lacksystems zu verlängern und die Wartungshäufigkeit zu reduzieren. Denn das Entfernen und Reparieren alter und das Aufbringen neuer Farbschichten – mit allen damit verbundenen Transportbewegungen – trägt erheblich zum CO2-Fußabdruck und zu den Umweltauswirkungen eines Instandhaltungsprojekts bei. Dennoch ist ein Anstrichsystem mit einer längeren Lebensdauer nicht unbedingt nachhaltig. Um dazu etwas sagen zu können, muss man auch wissen, was in der Dose ist und wie es hineingekommen ist.

Biobasierte Rohstoffe

Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war „biobasierte“ Farbe der Standard. Die Anstricharbeiten basierten auf Leinöl, und dieses Öl wird aus Flachs gewonnen, einer leicht anzubauenden und zu erntenden Getreideart. Die Wandfarben wurden meist aus Kalk hergestellt. Ziemlich nachhaltig sogar. Schade nur, dass die Lebensdauer begrenzt und die Verarbeitung ineffizient ist. Es musste doch möglich sein, es besser zu schaffen. Und es wäre möglich: mit Farben auf der Basis von Alkyleharzbindemitteln und Acrylat Dispersionen. Alkyle basieren seit jeher weitgehend auf Soja, aber das gilt nicht für die zugesetzten Lösungsmittel. Auch Acrylate werden aus Erdöl hergestellt, aber das wusste damals noch niemand. Die Lackindustrie konnte ihrem Glück nicht fassen und brachte eine Entwicklung nach der andere: mehr Glanz, schnellere Trocknung, höhere Schichtdicke, weniger Lösungsmittel und vor allem: eine immer höhere Qualität und längere Lebensdauer der Lacke. Gleichzeitig wuchs aber auch das unbequeme Bewusstsein, dass die Nutzung fossiler Rohstoffe große Nachteile hat. Zum Beispiel die Knappheit und die komplizierte Gewinnung und Verarbeitung, die mit Umweltschäden, CO2-Emissionen und für den Menschen schädlichen Dämpfen einhergehen. Eine Lösung wurde in der Reduktion von Lösungsmitteln gefunden. Im Jahr 2010 wurde die Menge an Lösungsmitteln in Farben auf europäischer Ebene begrenzt. In den letzten Jahren konzentrierten sich die F&E-Bemühungen hauptsächlich auf biobasierte Lacke „neuen Stils“ mit nachhaltigen, erneuerbaren Rohstoffen, die schneller nachwachsen als die Lebensdauer der Farbe. Natürlich bleibt die Leistung der Farbe gleich oder sogar besser. Übrigens ist eine biobasierte Farbe nicht automatisch nachhaltig. Der großflächige Anbau von pflanzlichen Rohstoffen auf Kosten der heutigen Nahrungsmittelproduktion oder der Trinkwasserversorgung ist keineswegs nachhaltig. Genauso wie Rohstoffe, die in die ganze Welt transportiert werden, mit all den damit verbundenen CO2-Emissionen und weiteren Umweltauswirkungen. Auch der biobasierte Gehalt in Farben sagt nicht alles über den Grad der Nachhaltigkeit aus; Ron Hulst schrieb darüber in einem früheren Blog.

CO2-Fußabdruck

Damit komme ich zum dritten Faktor: dem CO2-Fußabdruck, d.h. der Menge CO2 pro Liter, die zur Herstellung einer bestimmten Farbe emittiert wird. Nicht nur während des eigenen Produktionsprozesses, sondern auch bei der Gewinnung, Verarbeitung und dem Transport der notwendigen Rohstoffe und Farben. Der CO2-Fußabdruck bezieht die Zusammensetzung, einschließlich der Herkunft der Rohstoffe, auf den Produktionsprozess und die Lebensdauer einer Farbe. Auftraggeber und Maler, die nachhaltige Entscheidungen treffen wollen, sind daher gut beraten, die relevanten Parameter gemeinsam zu bewerten. Als Koninklijke Van Wijhe Verf nennen wir alle Merkmale als Standard in den nachhaltigen Daten unserer Farben. Transparent und einsichtig für alle, die genau wissen wollen, was vor sich geht.

Umweltbelastung

Und dann gibt es noch die Umweltbelastung, die nicht im CO2-Fußabdruck erfasst werden kann: alle Emissionen und Abfälle, die – im Gegensatz zu CO2 – nicht durch zusätzliche Begrünung kompensiert werden können. Denken Sie an giftige Substanzen und Emissionen, die während des gesamten Produktionsprozesses (vom Anbau und der Ernte der Rohstoffe bis zur Entfernung alter Lackierungen und der Verbrennung/Verarbeitung von Abfällen) entstehen. Mit anderen Worten: Der Abfall fließt innerhalb der gesamten Kette. Das Ausmaß, in dem diese Umweltbelastung reduziert, entfernt oder wiederaufbereitet wird, bestimmt auch die Nachhaltigkeit eines Farbprodukts. Während sich die anderen drei Faktoren nun relativ einfach in Form von Parametern ausdrücken lassen, ist dies bei den Umweltauswirkungen nicht der Fall. Stattdessen gibt es seriöse, internationale Zertifikate wie das B Corp. für Unternehmen, die strenge Standards für soziale und ökologische Leistung, Verantwortlichkeit und Transparenz erfüllen. Aber mehr dazu in einem späteren Blog!

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